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Ehepastoral und ehebegleitende Pastoral

 

Inhaltsverzeichnis der wissenschaftlichen Arbeit

0. Zugang


1. Aufriss der kirchlichen Ehelehre kurz vor und seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil: Die katholische Kirche und ihr Verständnis von Partnerschaft und Ehe


1.1 Dogmatische Reflexion

1.2 Das Bild der Ehe in der Pastoralkonstitution Gaudium et spes des Zweiten Vatikanischen Konzils (1965)

1.2.1 Die Eheaussagen des Konzils systematisch betrachtet
a) Ehe als Bund personaler Liebe
b) Kinder als Geschenk und Krönung des ehelichen Liebesbundes 
c) Liebende Hingabe und Fruchtbarkeit als die beiden grundlegenden sittlichen Kriterien der Ehemoral

1.2.2 Würdigung und Kritik

1.3 Die Aussagen der Würzburger Synode im Blick auf Ehe, ehelicher Bund und eheliche Liebe (1975)

1.3.1 Die Eheaussagen der Würzburger Synode systematisch betrachtet
a) Was macht die Ehe zur christlichen Ehe
b) Anthropologische Voraussetzungen
c) Ehe als Sakrament
d) Verantwortung der Kirche für den Eheabschluss
e) Ehe in Wachstum und Reife

1.3.2 Würdigung und Kritik

1.4 Familiaris consortio: Ehe als Berufung zur Liebe und zur Elternschaft (1981)

1.4.1 Die Ehe im Schöpfungsplan Gottes – eine Gemeinschaft der Liebe und der Fortpflanzung
a) Die Ehe im Schöpfungsplan Gottes
b) Die Berufung der Eheleute zur Liebe
c) Die Berufung der Eheleute zur Elternschaft

1.4.2 Würdigung und Kritik


2. Wandel und Wirklichkeit der christlichen Ehe


2.1 Ehe als Institution

2.2 Die Krise der Ehe in der modernen Gesellschaft

2.2.1 Die Krise der Ehe als Krise ihrer Werte und ihrer Bedeutung
a) Der Verlust an Exklusivität und Institutionalität – eine Folge des Aufkommens und der Zunahme nichtehelicher Lebensgemeinschaften
b) Die Relativierung des Eigenwertes der ehelichen Lebensgemeinschaft: Eine Folge der Zunahme kindorientierter Ehegründung
c) Die zunehmende Fragilität der Ehe und ihr Verlust an Dauerhaftigkeit und Verpflichtungskraft

2.2.2 Die Krise der Ehe als Wandel der Lebensformen und des Partnerschaftsverhaltens
a) Vom Quasi-Monopol der Ehe zur Vielfalt individualisierter Lebensstile
b) Vom Ethos der traditionellen Ehe zum Ethos der persönlichen Beziehung

2.3 Ursachen für die Krise der Ehe

2.3.1 Technische Perfektionierung der Empfängnisverhütung und ihre Auswirkung auf Sexualität, Ehe und Partnerschaft

2.3.2 Die Zunahme der durchschnittlichen Ehedauer und das Entstehen einer neuen Ehephase

2.3.3 Der Prozess der Modernisierung


3. Ehepastoral als not-wendiger und not-wendender Bestandteil von Kirche sein in der Welt von heute


3.1 Aufgaben und Ziele von ehebegleitender Pastoral

3.2 Motivationen und Widerstände der Eheleute

3.3 Darlegung eines Weges ehebegleitender Pastoral konzipiert vom Bistum Essen

3.3.1 Ein 'allgemeiner' Kurs in ehebegleitender Bildung
a) Partnerschaft in der Ehe
b) Ehe zwischen Gemeinsamkeiten und Freiräumen
c) Wandel und Veränderung in der Ehe
d) Das Gespräch in der Ehe
e) Sexualität und Partnerschaft in der Ehe
f) Christlicher Glaube und Ehe
g) Das Scheitern von Ehen

3.3.2 Die 'junge' Ehe - Zwischen Wunsch und Realität
a) Unterschiedliche Erfahrungen und Erwartungen der Eheleute
b) Von den ersten Enttäuschungen in der Ehe
c) Wie Kinder die Ehe verändern
d) Wie Familie, Haushalt und Beruf miteinander zu vereinbaren sind
e) Vom Umgang mit Eltern und Schwiegereltern

3.3.3 Die 'mittlere' Ehe - Wenn Zwischenbilanz gezogen wird
a) Wenn Zwischenbilanz gezogen wird
b) Wenn die Lebenswelten der Eheleute 'auseinanderdriften'
c) Wenn Kinder aus dem Haus gehen
d) Wenn alte Eltern gepflegt werden müssen
e) Wenn es nach dem (Vor-)Ruhestand unruhig wird in der Ehe

3.3.4 Die 'ältere' Ehe - Miteinander alt werden
a) Ein neuer Lebensrhythmus für Mann und Frau
b) Miteinander alt werden
c) Wenn Krankheit und Gebrechlichkeit das Leben bestimmen
d) Als Großeltern zwischen Eltern und Enkelkindern
e) Miteinander leben im Angesicht des Todes

3.4 Ehebegleitende Pastoral am Beispiel der Erzdiözese Freiburg: 'Das Gesamtpaket' der Ehepastoral in der Erzdiözese Freiburg.

3.5 Ausblick 


4. Literaturverzeichnis


5. Anhang: Arbeitsblätter aus den Kursen des Bistums Essen 

 

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0. Zugang
Rudern zwei
Rudern zwei
ein boot,
der eine
kundig der sterne,
der andre
kundig der stürme,
wird der eine
führn durch die sterne,
wird der andre
führn durch die stürme,
und am ende ganz am ende
wird das meer in der erinnerung
blau sein. 

Mich berührt dieses Gedicht immer wieder von neuem. Ich finde es tröstlich und ermutigend zugleich. Zwei Menschen fügen ihre Stärken zusammen und können so die kleinen und großen Herrlichkeiten des Lebens entdecken, die Sterne, die über ihnen leuchten. Sie tun ihre Stärken zusammen und können so auch die Stürme des Lebens besser bewältigen. Das Gedicht strahlt die Gewissheit aus: Auch durch Schwierigkeiten kann man durchkommen, wenn man sie gemeinsam angeht. Und der Schluss des Gedichtes macht deutlich, dass die durchgestandenen Schwierigkeiten am Ende zu den kostbarsten gemeinsamen Erfahrungen gehören können. Gott schenkt den Eheleuten die Kraft, das Boot ihrer Partnerschaft und Ehe durch die verschiedenen Wellengänge des Lebens gemeinsam zu rudern. 

Gerade in der heutigen Zeit durchleben zwei Menschen in einer Ehe unterschiedliche Wellengänge, Zeiten des Glücks und der totalen Harmonie, aber auch mitunter Konflikte, Brüche und Neuanfänge. Das Bild des Bootes auf dem Meer des Lebens mit zum Teil enormen Stürmen und gefährlichem Gegenwind ist für viele Ehepartner zur Realität geworden. Die partnerschaftliche Ehe findet sich heute häufig nur im Ansatz verwirklicht. Viele Ehen leiden unter der Differenz von Ideal und Wirklichkeit. 
Einerseits scheitern auch solche Ehen, die von christlichen Partnern geführt werden, andererseits werden Ehe und Familie immer wieder als Orte der Geborgenheit, der Hoffnung und Kraft gesucht und erfahren. 

Der Akzeptanzverlust der traditionellen Ehe und die Anerkennung und Aufwertung der partnerschaftlichen Ehe, welche auf der gegenseitigen personalen Zuwendung der Partner begründet ist, hat soziologische Vorbedingungen, wie z.B. die Auflösung der Großfamilie, wie sie noch vor fünfzig Jahren vorhanden war, die Trennung von Familie und Arbeitswelt und die vorangeschrittene Gleichberechtigung von Frau und Mann. Der Verlust früherer Stützen in gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ordnungen macht die heutige Ehewirklichkeit verletzlicher und verweist die Ehepartner stärker auf sich selbst. Der Vollzug einer partnerschaftlichen Ehe stellt hohe Anforderungen an die Liebesfähigkeit und ihre Offenheit füreinander, an das Vermögen der Reifung im Blick auf die verschiedenen Phasen des menschlichen Lebens. Durch die stärkere Bezogenheit der Ehepartner zueinander, ist auch ihre Bereitschaft zur Konfliktlösung stärker angefragt als z.B. noch zu Zeiten der Großfamilie. 

Wahrscheinlich wurden noch nie so hohe Glückserwartungen mit dem Wort 'Liebe' verbunden und an die Ehe geknüpft wie heute. Manche, vor allem Psychologen und auch Theologen sehen dadurch aber die Ehe überfordert und bringen ihr häufiges Scheitern mit diesen überaus hohen Ansprüchen in Verbindung. Seit den Gründungen von eheähnlichen Lebensgemeinschaften ist die Ehe nicht mehr der einzige gesellschaftlich akzeptierte Ort intimer Beziehungen. Die kirchliche Ehelehre ist belastet durch die eigene Tradition der Kirche. Das Misstrauen gegenüber Leiblichkeit, Lust und Sexualität, das einen großen Teil der abendländischen Ehegeschichte geprägt hat, begegnet heute noch vielen in der kirchlichen Sexualmoral. Der Sinngehalt des Satzes: 'Die Ehe ist ein Sakrament' ist vielen Menschen nicht mehr zugänglich. Meist wurden in der Kirche mehr die moralischen und rechtlichen Folgen analysiert, die inhaltlichen Fragen wurden meist durch Unsicherheit oder mangelnde Kompetenz vernachlässigt.

Wird die katholische Ehelehre, wie sie 1965 auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil zeitgemäß formuliert und verabschiedet wurde, dem ehelichen Zusammenleben nach fast vierzig Jahren unter den heutigen Lebensverhältnissen noch gerecht? Wenn nicht, in welche Richtung müsste dann die kirchliche Ehelehre, bzw. die kirchliche Ehepastoral konkretisiert und modifiziert werden, damit sie den veränderten Bedingungen menschlichen Handelns entspricht, damit eine christlich gelebte Ehe auch unter den Bedingungen der modernen Gesellschaft noch zum Gelingen menschlichen Lebens und Zusammenlebens beiträgt? 

Nicht nur der Einzelne und das Paar befinden sich in einer Übergangszeit. Die deutschen Bischöfe schreiben, die 'gegenwärtigen Probleme der Sakramentenpastoral stehen im Zusammenhang der Übergangssituation von der Volkskirche zu einer veränderten Sozialgestalt der Kirche bzw. Gemeinde. [...] Solche Übergangssituationen sind voller Ambivalenzen'. Solche Ambivalenzen und Widersprüche werden auch in der folgenden Abhandlung über ehebegleitende Pastoraltheologie bestehen bleiben. Ich versuche bewusst, keine Harmonisierungen vorzunehmen, damit die Ungleichzeitigkeit in den Übergängen wahrnehmbar wird. 

Diese Arbeit wird in einem ersten Hauptteil die kirchliche Ehelehre, das kirchliche Partnerschaftsverständnis beschreiben und mithilfe der drei Dokumente Gaudium et spes (GS), Christlich gelebte Ehe und Familie der Würzburger Synode und Familiaris consortio (FC) näher ausfalten. Im zweiten Hauptteil wird der Wandel und die Wirklichkeit von Partnerschaft und Ehe behandelt. Die Krise der Ehe in der modernen Gesellschaft soll ebenso in den näheren Blick genommen werden wie die Ursachen für die Krise von Partnerschaft und Ehe. Im dritten Hauptteil, dem pastoraltheologischen Syntheseteil wird ein Weg aufgezeigt und exemplarisch dargelegt, wie die Kirche als Institution Ehepaare nach der Trauung begleiten kann und ihnen helfen kann, ihre Ehe bewusst zu leben, durch Feiern und Rituale im Lebenslauf sich ihrer Liebe bewusst zu werden und den einmal geschlossenen Bund je gegenseitig immer wieder neu zu bestärken. Exemplarisch wird dabei ein lückenloser Kurs in ehebegleitender Pastoral des Bistums Essen nachgezeichnet. Abschließend wird auf das ehebegleitende Angebot der Erzdiözese Freiburg verwiesen.

112 Seiten (91 Seiten Text, 21 Seiten Anhang), 20,- €, bei Postversand + 2,00 € (inkl. Verpackung) <<

© Andreas Spöcker, 25. März 2002.

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